Sicherheitsstufen, Widerstandsgrade und Versicherungsschutz für Tresore

Die Sicherheitsstufe oder der Widerstandsgrad geben Auskunft darüber, welchen Einbruchschutz Ihr Tresor bietet.

Der Schutzgrad Ihres Tresors wird von unabhängigen und europaweit anerkannten Institutionen wie der VdS Schadenverhütung GmbH, dem Institute of Precision Mechanics oder der European Certification Boday GmbH zertifiziert.

Um die Sicherheitsstufe oder den Widerstandsgrad zu ermitteln, werden umfangreiche Tests mit verschiedensten Werkzeugen durchgeführt. Hierbei werden alle bekannten mechanisch sowie thermisch wirkenden Werkzeuge zur Prüfung des Widerstandsgrades genutzt. Je länger Ihr Tresor diesen simulierten Einbruchsversuchen standhält, umso besser wird er klassifiziert. Der Widerstandsgrad wird in sogenannten „Resistance Units (RU)“ (Widerstandseinheiten) gemessen. Je schwieriger der Transport und die Nutzung des Einbruchwerkzeugs sind und je höher das Risiko der Entdeckung des Einbruchversuchs ist, umso mehr „RU“ werden dem Tresor bescheinigt. Zusätzlich wird unterschieden, wieviel Aufwand ein Einbrecher benötigt, um ein handgroßes Loch in die Tresorwand zu brechen (Teilzugriff) und wie lange er brauchen sollte, eine große Öffnung zu erreichen (Vollzugriff). Das Produktzertifikat zeigt immer beide RU-Werte an, z.B. 30/50 für den Widerstandgrad I. Der zertifizierte Widerstandsgrad des Tresores wird auf einer vom Prüfinstitut überwachten Plakette, meist auf der Innenseite des Tresores dargestellt.

Die wichtigsten europäischen Normen des Tresor-Einbruchschutzes sind die EN 1143-1 und EN 14450.

Der Widerstandsgrad bzw. die Sicherheitsstufe Ihres Tresors dient unter anderem für die Versicherungseinstufung, mit der die Inhalte Ihres Tresors versichert werden können. Details finden Sie in dieser Übersichtstabelle, samt unverbindlichen Angaben zur Versicherbarkeit – halten Sie hierbei Rücksprache mit Ihrem Versicherer.

  Sicherheitsstufe
Widerstandsgrad
Kurzbeschreibung Sicherheitsmerkmal Versicherungseinstufung* Symbol
Basis A nach VDMA 24992** Tür doppelwandig, Korpus einwandig begrenzter Einbruchschutz nach Absprache mit dem Sachversicherer 1/7
Basis B nach VDMA 24992** Tür und Korpus doppel- bzw. dreiwandig, umlaufende Feuerfalz begrenzter Einbruchschutz, Feuerschutz nach DIN 4102 nach Absprache mit dem Sachversicherer 2/7
Basis S 1 nach EN 14450 Tür doppelwandig, Korpus einwandig und Riegelwerk geprüfter Einbruchschutz nach EN 14450 privat bis 5.000 €, gewerblich bis 2.500 € 3/7
Basis S 2 nach EN 14450 Tür doppel-, Korpus i. d. R. doppelwandig und Riegelwerk geprüfter Einbruchschutz nach EN 14450 privat bis 30.000 €, gewerblich bis 2.500 € 4/7
Top N (0) nach EN 1143-1 Tür und Korpus mehrwandig, umlaufende Feuerfalz geprüfter Einbruchschutz nach garantierter Widerstandseinheit RU 30/30 privat bis 40.000 €, gewerblich bis 10.000 € 5/7
Top I nach EN 1143-1 Tür und Korpus mehrwandig, Türspezialfüllung, umlaufende Feuerfalz geprüfter Einbruchschutz nach garantierter Widerstandseinheit RU 30/50 privat bis 65.000 €, gewerblich bis 20.000 € 6/7
Premium II nach EN 1143-1 Tür und Korpus dreiwandig, umlaufende Feuerfalz RU 50/80 privat bis 100.000 €, gewerblich bis 50.000 €
Premium III nach EN 1143-1 Tür und Korpus mit Spezialfüllung RU 80/120 privat bis 200.000 €, gewerblich bis 100.000 €
Premium IV nach EN 1143-1 komplett mit Spezialbeton gefüllt RU 120/180 privat bis 400.000 €, gewerblich bis 150.000 €
Premium IV KB nach EN 1143-1 komplett mit Spezialbeton gefüllt RU 120/180, KB: RU 1.000 privat nach Absprache mit dem Sachversicherer, gewerblich bis 250.000 €
Premium V nach EN 1143-1 komplett mit Spezialbeton gefüllt RU 170/270 privat nach Absprache mit dem Sachversicherer, gewerblich bis 250.000 €
Premium V KB nach EN 1143-1 komplett mit Spezialbeton gefüllt RU 170/270, KB: RU 1.000 privat nach Absprache mit dem Sachversicherer, gewerblich bis 375.000 €

* Die angegebenen Versicherungssummen sind unverbindliche Richtwerte, basierend auf den VdS-Publikationen VdS 0961, VdS 2333 und VdS 3134. Die Versicherungssummen erhöhen - in der Regel verdoppeln - sich beim Anschluss des Tresors an eine Einbruchmeldeanlage (EMA).
** Stand 05/95. Das VDMA-Einheitsblatt 24992 wurde zum 31.12.2003 vom VDMA zurückgezogen.

Sicherheitsstufen nach VDMA 24992

Stahlschränke der Sicherheitsstufe A bzw. B nach VDMA 24992 werden nicht extern zertifiziert, sondern vielmehr bestätigt der Hersteller, dass der Schrank gemäß den Bauvorschriften des Einheitsblattes VDMA 24992 (Ausgabe Mai 1995) gefertigt wurde.

Nach Rücknahme des Einheitsblattes durch den herausgebenden VDMA (Verband deutscher Maschinen und Anlagenbauer) zum 31.12.2003, entfällt die Marktüberwachung durch ihn. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird bei unseren Tresoren auf einem Typenschild bestätigt (Eigenkonformitätserklärung).

Sicherheitsstufen nach EN 14450

Die EN 14450 legt die Prüfverfahren für Sicherheitsschränke fest. Es wird hier zwischen den Sicherheitsstufen S 1 und S 2 unterschieden. Die Sicherheitsanforderungen dieser Norm sind unterhalb der Anforderungen der EN 1143-1, aber oberhalb der Anforderungen nach VDMA 24992.

Widerstandsgrade nach EN 1143-1

In der Norm EN 1143-1 sind die Anforderungen und Prüfverfahren festgelegt, durch die Wertschutzschränke auf ihren Einbruchschutz untersucht werden.

Grundlage für die Zertifizierung sind die umfangreichen Aufbruchtests mit verschiedenen mechanischen und thermischen Werkzeugen. Die Tests sind geheim und passen sich an neue Werkezeuge, die Einbrechern zur Verfügung stehen, an.

Die Tests werden von den unabhängigen Institutionen wie zum Beispiel der ESSA (European Security Systems Association) mit ihrem Prüfinstitut ECB•S durchgeführt. Nur Tresore, die diesen Tests standhalten, erhalten als Qualitätssiegel eine entsprechende Prüfplakette von den durchführenden Zertifizierungsstellen.

Abhängig davon, wie lange die Tresore den Aufbruchsversuchen standhalten, unterscheiden wir zwischen den Widerstandsgraden. Diese Widerstandsgrade beginnen in der Regel bei N(0) bis 10.