Das neue Waffengesetz (zusammengefasst)

Damit die Zahl der abhandengekommenen Waffen sinkt, wurde am 2. Juni 2017 das neue Waffengesetzt verabschiedet. Dieses tritt nun seit dem 6. Juli 2017 in Kraft.

Die Verschärfungen

Neben den steigenden Kosten für die Anforderungen an einen Waffenschrank mit Grad 0/N nach EN 1143-1, richtet sich die Aufbewahrung von Waffen nach § 36 des Waffengesetzes. Diese Waffenschränke müssen einen typgeprüften Schutz gegen mechanische, als auch thermische Einbruchwerkzeuge bieten.

Neben der Norm gilt es zusätzlich maximale Lagermengen von Kurzwaffen einzuhalten:

Sicherheitsstufe 0 nach EN 1143-1, Schrankgewicht unter 200 kgzu den passenden Produkten
  • Langwaffen: unbegrenzt
  • Kurzwaffen: max. 5
  • Munition: unbegrenzt, keine räumliche Trennung nötig
Sicherheitsstufe 0 nach EN 1143-1, Schrankgewicht ab 200 kgzu den passenden Produkten
  • Langwaffen: unbegrenzt
  • Kurzwaffen: max. 10
  • Munition: unbegrenzt, keine räumliche Trennung nötig
Sicherheitsstufe I nach EN 1143-1zu den passenden Produkten
  • Langwaffen: unbegrenzt
  • Kurzwaffen: unbegrenzt
  • Munition: unbegrenzt, keine räumliche Trennung nötig

Bereits vorhandene Waffenschränke

Das neue Waffengesetz gilt nur für neu erworbene Waffenschränke ab dem 6. Juli 2017. Für bereits vorhandene Waffenschränke besteht ein gesetzlicher Bestandsschutz. Diese, mit Sicherheitsstufe A oder B nach VDMA, dürfen ohne Einschränkungen weiter verwendet werden. Bedingung ist jedoch, dass die Kapazität des bestehenden Schrankes ausreicht.

Waffengesetz

Als Eigentümer/Besitzer von Waffen und eines Waffenschrankes sind Sie verpflichtet, Ihre Waffen sicher und gesetzeskonform aufzubewahren.

Hier die direkten Links zu den wichtigsten Gesetzestexten:

Informationen zum Waffengesetz und Waffenrecht

Damit Sie Ihre Waffen sicher und gesetzeskonform aufbewahren:

In Deutschland muss Ihr Waffenschrank den Vorgaben des Waffengesetzes (WaffG) entsprechen. Abhängig von der Art und der Anzahl der unterzubringenden Waffen ist für den Waffentresor ein bestimmter Widerstandsgrad nach EN 1143-1 bzw. eine Sicherheitsstufe nach VDMA 24992 vorgeschrieben.

Die wichtigsten Informationen zu den Vorschriften und die Original-Quellen haben wir auf dieser Seite für Sie zusammengestellt.

Das deutsche Waffengesetz

Das aktuelle deutsche Waffengesetz ist seit dem 1. April 2003 in Kraft. Die dazugehörige Allgemeine Waffengesetz-Verordnung gilt seit dem 1. Dezember 2003. In diesem Gesetzestext wird im Detail geregelt, wie Waffenbesitzer Waffen und Munition im privaten Bereich lagern dürfen.

Die wichtigsten gesetzlichen Regelungen zur Waffenaufbewahrung regeln § 36 des Waffengesetzes (WaffG) sowie § 13 der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung (AWaffV).

Hier ist geregelt, dass jeder, der Waffen und Munition besitzt, die "erforderlichen Vorkehrungen zu treffen (hat), um zu verhindern, dass diese Gegenstände abhanden kommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen." (WaffG, § 36, Absatz 1).

Die klare Definition der Bedeutung gibt § 36 Absatz 2 an:

"Schusswaffen, deren Erwerb nicht von der Erlaubnispflicht freigestellt ist, und verbotene Waffen sind mindestens in einem der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 (Stand Mai 1997) entsprechenden oder gleichwertigen Behältnis aufzubewahren" (WaffG, § 36, Abs. 2). Als gleichwertig wird hier ein Waffenschrank mit Sicherheitsstufe B nach VDMA 24992 (Stand Mai 1995) angesehen.

Ausführliche Erläuterungen, welche und wie viele Waffen in den unterschiedlichen Waffenschränken der verschiedenen Sicherheitsstufen und Widerstandsgrade aufbewahrt werden dürfen, enthält § 13 der Allgemeinen Waffengesetz-Verordnung (AWaffV).

Umsetzung internationaler Vorgaben

Zum 1. April 2008 traten Neuregelungen in Kraft, mit denen Deutschland die internationalen Vorgaben zur Kennzeichnung und polizeilichen Nachverfolgung von Schusswaffen umsetzte. Im Einzelnen waren dies:

  • eine neue Kennzeichnung von Schusswaffen
  • ein Führungsverbot für Feuerwaffenimitate
  • das Verbot des Führens bestimmter Messer
  • die Blockierung von Erbwaffen

Mit dem 25. Juli 2009 erfolgte eine weitere Verschärfung des deutschen Waffengesetzes. Die wichtigsten Änderungen, die im Zusammenhang mit der Aufbewahrung von Waffen stattfanden, sind:

  • Eine Kontrolle der sicheren Aufbewahrung von Waffen und Munition in den Räumlichkeiten der Waffenbesitzer wird verfassungskonform in § 36 WaffG ausgeweitet, um den Waffenbehörden die Möglichkeit zu geben, die sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition auch verdachtsunabhängig zu kontrollieren.
  • Es gibt eine Strafbewehrung der vorschriftswidrigen Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition, wenn dadurch die Gefahr besteht. In § 52a heißt es: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine in § 53, Absatz 1, Nummer 19 bezeichnete Handlung vorsätzlich begeht und dadurch die Gefahr verursacht, dass eine Schusswaffe oder Munition abhanden kommt oder darauf unbefugt zugegriffen wird.“

(Quelle: Bundesministerium des Innern/www.bmi.bund.de)

Weitere Details zu den Änderungen können Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums des Innern nachlesen.

Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz (WaffVwV)

Die WaffVwV enthält Auslegungsregelungen für das Waffengesetz. Mit diesen Regelungen soll sowohl den Behörden und Waffenbesitzern die einfache und korrekte Interpretation des Waffengesetzes ermöglicht werden. Die Verwaltungsvorschrift im Wortlaut können Sie hier nachlesen oder downloaden.

Gesetzeskonforme Waffenaufbewahrung in der Übersicht

Diese Übersicht gibt Ihnen einen schnellen Überblick, welcher Waffenschrank der richtige für Ihre Waffen ist. Für weitere Informationen klicken Sie bitte hier!